Kleinkind nimmt verbotene Süßigkeiten – und jetzt?

ChatGPT Image 7. Aug. 2025 23 40 48

Es ist eine dieser Alltagssituationen, die viele Eltern kennen:
Dein Kind fragt nach Süßigkeiten. Du sagst „Ja“, es bekommt etwas – und später fragst es erneut. Diesmal sagst du „Nein“. Dann verlässt du kurz den Raum, nur um wenige Minuten später festzustellen: Da sitzt dein Kleinkind auf dem Sofa – mit genau den Süßigkeiten, die du gerade verboten hast.

Vielleicht fühlst du in diesem Moment Enttäuschung, Wut oder Frust. Gleichzeitig möchtest du nicht, dass sich jetzt alles nur noch um das „Verbot“ dreht oder dass euer Nachmittag in Streit endet.

In diesem Artikel schauen wir uns an:

  • Warum Kinder so handeln
  • Wie du in dem Moment reagieren kannst
  • Wie ihr langfristig mit solchen Situationen umgehen könnt

Warum greift mein Kind zu den Süßigkeiten, obwohl ich „Nein“ gesagt habe?

Zunächst: Dieses Verhalten ist kein „böswilliger Ungehorsam“.
Kleinkinder befinden sich in einer intensiven Entwicklungsphase, in der sie Autonomie und Selbstbestimmung erproben.

Mögliche Gründe:

  • Impulskontrolle ist noch nicht ausgereift – Kleinkinder können Wünsche oft nicht lange aufschieben.
  • Starke Neugier und Lust – Süßes ist für Kinder besonders reizvoll.
  • Grenzen ausprobieren – nicht, um dich zu ärgern, sondern um zu verstehen, wie die Welt funktioniert.
  • Erinnerung an Genuss – der Körper und das Gehirn wollen die positive Erfahrung wiederholen.

Wie reagiere ich im Moment?

Deine erste Reaktion entscheidet oft, wie sich die Situation weiterentwickelt. Versuche, kurz innezuhalten, bevor du sprichst.

1. Ruhig bleiben
Atme durch, bevor du reagierst. Dein Kind orientiert sich an deiner Gefühlslage – wenn du ruhig bleibst, kann es ebenfalls leichter ruhig bleiben.

2. Verbindung vor Korrektur
Gehe zu deinem Kind, nimm Blickkontakt auf oder setze dich zu ihm.
„Ich sehe, du hast dir nochmal Süßigkeiten genommen.“

3. Das Bedürfnis anerkennen
„Du wolltest gern noch mehr, weil sie dir geschmeckt haben.“
Das bedeutet nicht, dass du die Handlung gutheißt – aber dein Kind fühlt sich verstanden.

4. Die Grenze klar benennen
„Ich habe vorhin gesagt, dass es heute keine mehr gibt. Jetzt bleiben die Süßigkeiten in der Dose.“

5. Konsequenz ohne Strafe
Nimm die Süßigkeiten ruhig weg und erkläre kurz, warum. Keine langen Vorträge – die Botschaft ist bereits angekommen.


Wie vermeide ich, dass sich alles nur um die Süßigkeiten dreht?

  • Thema wechseln
    Nach der kurzen Klärung biete eine Alternative an („Magst du mit mir ein Puzzle machen?“).
  • Nicht weiter moralisch bewerten
    Lange Diskussionen führen oft zu mehr Frust – bei euch beiden.
  • Langfristig Situationen vorbeugen
    • Süßigkeiten außer Sichtweite lagern
    • Klare Familienregeln, wann es Süßes gibt (z. B. nachmittags zum Snack)
    • Gemeinsam Alternativen finden (Obst, Cracker, selbstgemachte Snacks)

Bindung statt Machtkampf

Solche Momente sind eine Chance, deinem Kind zu zeigen:
Grenzen gibt es – aber unsere Verbindung bleibt bestehen, auch wenn du eine Regel gebrochen hast.

Denn Kinder lernen nicht nur aus Worten, sondern vor allem aus dem, wie wir mit ihnen umgehen, wenn es schwierig wird.


💡 Merke:
Es geht nicht darum, jede Regel sofort perfekt einzuhalten – sondern darum, Schritt für Schritt zu lernen, wie man mit Bedürfnissen, Wünschen und Frustration umgehen kann. Und genau dabei bist du als liebevolle, klare Begleitung unersetzlich.

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